Leprechaun

So so. Nelly Rühle, Alexander Neidlein, Sigrun Häfner, KKK Schwäbisch Hall, Mord an Kiesewetter, Florian Heilig, Yasmin Maier, Melisa Marijanovic, NSS und Matthias Klabunde u.a. alles in Eigenregie? Dummschwätzer! Kommt restlos alles von uns und sonst niemanden!“

Alexander Gronbach

 

Wer eine Sache untersucht, deren wahrer Kern unter mehreren Schichten aus Lügen, falschen Spuren und sonderbarsten Widersprüchen verborgen liegt, kann selbst Opfer von Täuschungen und Irrtümern werden. Auch sorgfältigstes Prüfen und Gegenprüfen von Fakten und Plausibilitäten verhindern das nicht. Der Wahrheitssucher kennt dieses Risiko, er muss es akzeptieren.

Wo klare Beweisführung unmöglich ist, soll Hypothesenbildung und -ausschluss Hindernisse überwinden. Die Hypothese des Aufklärers ist das Gegenstück zur Desinformation, die den Zugriff auf eine geschützte Wahrheit abwehren soll. Die Sache ist vertrackt: Desinformanten bedienen sich problemlos der Wahrheit, Aufklärer können ohne Absicht desinformieren, wenn sie selbst getäuscht wurden oder falsche Schlüsse ziehen. Das eine vom andern zu unterscheiden, ist mühselig bis unmöglich, aber manchmal unumgänglich.

Eine der schillerndsten virtuellen Akteure des NSU-Komplexes macht nicht einmal den Versuch, in die Rolle des Aufklärers zu schlüpfen. Wer sich mit dem Heilbronner Polizistenmord und dem seltsamen Fall Florian Heilig beschäftigt, kommt an ihm nicht vorbei, obwohl er aus dem Off Irlands operiert. Bis heute ist unentschieden, ob Alexander Gronbach als hyperaktiver Borderliner den NSU-Irrsinn in eigener Mission auf die Spitze treibt oder im Auftrag einer Behörde falsche Spuren legt.

Die Ermittlungsgruppe „Umfeld“ des Stuttgarter Landeskriminalamtes, die seit Januar 2013 frei schwebend und ohne Auftrag des zuständigen Generalbundesanwalts verborgene rechtsextremistische Verbindungen ins Ländle aufhellen sollte, widmet Gronbach in ihrem Abschlussbericht einen eigenen Unterpunkt. Gronbachs Glaubwürdigkeit wird dort restlos zerstört, seine persönliche Leidenschaft für die NPD im Hohenlohischen bleibt unerwidert, die Krokus-Geschichte seiner Partnerin erhält ein Staatsbegräbnis erster Klasse.1)

b) Hinweisgeber G.

G. ist der Polizei seit Jahren als Hinweisgeber in den unterschiedlichsten Kriminalitätsbereichen bekannt. Die weit überwiegende Zahl seiner Hinweise ließ sich nicht erhärten beziehungsweise erwies sich als haltlos.

G. wird seitens sämtlicher Behörden (LKA BW, LfV BW, BKA) als unzuverlässig und unglaubwürdig eingeschätzt, da sich seine Hinweise beziehungsweise Behauptungen nach aufwändigen Ermittlungen in der Vergangenheit zumindest zum großen Teil nicht bestätigt haben beziehungsweise ihre Grundlage in allgemein zugänglichen Quellen lag, die dann von G. entsprechend „angereichert“ wurden.

Seit März 2013 gingen nahezu 100 E-Mails von G. und seiner Lebensgefährtin zum NSU-Komplex ein. Die Verfasser der E-Mails befinden sich im Besitz des öffentlich zugänglichen Berichts des PUA NSU und offenbar zumindest auszugsweise im Besitz der Anklageschrift der GBA für den NSU-Prozess.

Die Mails werden zumeist zeitgleich an die Presse, den GBA, das BKA und das LKA BW versandt. Die Hinweise wurden geprüft, insgesamt wurden aus den Mails sechs Spuren durch die EG Umfeld generiert, ohne dass hierdurch neue Erkenntnisse erlangt wurden.

G. gab in einer Vielzahl von E-Mails den Hinweis, dass die rechte Gruppierung um A. N. [Alexander Neidlein – Verf.] Kenntnisse über den Aufenthalt und die medizinische Versorgung des bei der Tat in Heilbronn schwerverletzten Polizeibeamten kurz nach der Tat gehabt haben soll und dieser „ausgeschaltet“ werden sollte. Umfangreiche Ermittlungen konnten diese Angaben nicht bestätigen.

In der Gesamtschau ergaben sich aus keinem der von G. und seiner Lebensgefährtin genannten Sachverhalte beziehungsweise Hinweisen neue Ermittlungsansätze.“

Diese öffentliche Demontage des Krokus-Phantoms und seines Promoters hält Tatjana Heilig, die Schwester des angeblich verstorbenen NSU-NSS-Zeugen Florian, allerdings nicht davon ab, auf Einladung Gronbachs im Sommer 2014 gemeinsam mit einer früheren Freundin Florians nach Irland zu fliegen.

Zusammen mit Gronbach/Senghaas will sie ein herbeiphantasiertes Mordkomplott gegen ihren Bruder aufklären. Im Stuttgarter Untersuchungsausschuss gibt Tatjana an, sie habe „versucht, die Situation zu entzerren“.2) Was immer das heißt.

Im „Mohrenköpfle“

Noch im Jahr zuvor, 2013, waren Gronbachs Fähigkeiten der Informationsbeschaffung nicht nur in einem weitaus günstigerem Licht dargestellt worden, er galt sogar als wertvoller V-Mann des LKA.3)

Gronbach war den baden-württembergischen Behörden nur zu gut bekannt. Mehr als ein Jahrzehnt zuvor war er selber V-Mann des Landeskriminalamts (LKA) gewesen. Er spürte als wertvoll geltende Informationen aus dem Drogenmilieu auf und half bei der Aufklärung einer Brandserie.

Deswegen brachte das LKA den Mann auch zeitweise in einem Zeugenschutzprogramm unter. Allerdings galt Gronbach als kaum steuerbar und latent gewalttätig. Außerdem sahen Ermittler ein Drogenproblem bei ihrem Drogenspitzel.“

Wollte sich das LKA mit der Herabstufung Gronbachs zum irren Hinweisgeber von einem Psychopathen distanzieren oder gibt es einen anderen Grund, seine Erfolge plötzlich kleinzureden? Ist die alte Zusammenarbeit im Geheimen reaktiviert worden? Trägt das LKA Baden-Württemberg die Kosten für Gronbachs irisches Exil?

Das Phänomen Gronbach ist ohne seine verwirrende Beziehung zur NPD im Hohenlohischen nicht zu verstehen. Seit Jahren versucht das Gespann Gronbach/Senghaas die Nationalen um Alexander Neidlein irgendwie mit dem Heilbronner Polizistenmord in Verbindung zu bringen.

Nelly Rühle, Friseuse und NPD-Mitglied aus Wolpertshausen, gehört zum engeren Kreis der „Krokus-Verdächtigen“. Sie hat eine bemerkenswerte Chronologie aufgestellt,4) die nicht zwangsläufig in allen Punkten der historischen Wahrheit entsprechen muss, aber überwiegend authentisch erscheint. Eine unabhängige Bestätigung ihrer Darstellung werden wir nicht bekommen. Vorsicht ist selbstverständlich auch hier geboten.

Das von Rühle geschilderte Persönlichkeitsbild Gronbachs entspricht den Darstellungen des EG-Abschlussberichtes. Wichtig für uns sind die Gespräche im Umfeld eines Treffens im „Mohrenköpfle“ Ostern 2012. Alexander Gronbach wird hier als Agent Provocateur beschrieben, der den Rechten gegenüber nicht nur seine Geliebte enttarnt, sondern auch ihre „Ruhigstellung“ fordert.

Man darf davon ausgehen, dass Senghaas eingeweiht war und den NPD-Leuten eine Falle gestellt werden sollte. Auch hier ist die Kernfrage: Handelte das Duo Gronbach-Senghaas autonom oder mit Wissen, Billigung oder im Auftrag Stuttgarter Behörden? Das LfV jedenfalls dürfte kaum Interesse an der Enttarnung einer V-Frau gehabt haben, gleichgültig wie intensiv die Zusammenarbeit tatsächlich war.

Am Ostermontag 2012, haben gegen 09.30 Uhr morgens zwei Männer an der Tür geklingelt. Herr Gronbach und ein Herr E. Jäger mit zwei Hunden. Herr Gronbach sagte zu mir, ich solle mitkommen und ein Stückchen mit ihm gehen, weil ich abgehört werde und er mir etwas Wichtiges zu erzählen habe.

Ich ging mit ihm ein Stückchen und er fragte mich, ob ich Frau Senghaas kenne und ich bejahrte dies natürlich. Darauf sagte er, dass sie ein Spitzel sei und auf mich angesetzt wurde und dass sie morgen, also am Dienstag, 03.04.2012, meine Akte an die Polizei übergeben werde und ich dann ziemliche Probleme bekäme.

Ich dachte zuerst an einen verspäteten Aprilscherz. Dann sagte er, er würde mir helfen, weil sie auch auf ihn angesetzt wurde und nannte sie „Die Schlampe.“

Er meinte, er müsse unbedingt heute noch mit Alexander Neidlein und Matthias Brodbeck reden. […]

Herr Gronbach erzählte uns, dass Frau Senghaas behaupten würde, ich hätte etwas mit dem Mord an Frau Kiesewetter zu tun, es solle sich auch noch etwas um eine Kundin drehen, welche Krankenschwester war. Außerdem hätte er noch weitere Informationen für uns. Ich sagte ihm, dass solch einen Quatsch doch keiner glauben würde.

Alexander Neidlein und Matthias Brodbeck sagten, dass sie kommen würden und sich anhören, was er zu sagen habe. Bis 06.04.2012 sollten alle V Männer abgezogen werden, aufgrund des zweiten Verbotsantrags gegen die NPD, daher war es natürlich interessant, zu wissen, wer der Spitzel sei.

[…]

Wir gingen dann nach Wolpertshausen ins Mohrenköpfle, mein Mann, Stefan Rühle, Alexander Neidlein, Matthias Brodbeck, ich und mein Baby. Dabei waren ebenso Herr Gronbach und Herr Jäger, welcher sich als Berufsschullehrer von Herrn Gronbach ausgab und bei diesem Herr Gronbach seit gestern lebe, da er Petra verlassen hätte.

Er erzählte uns seltsame Dinge, dass er Frau Senghaas „Ruhigstellen“ würde, er brauche dafür aber unsere Hilfe. Er wollte wissen, ob wir oder die NPD sich um die Sache kümmern könnten. Selbstverständlich lehnten wir ab. Außerdem wollte er der NPD Kontakte zur „Revolutionären Garde“ im Iran vermitteln, meines Wissens hat Alexander Neidlein ihm die Telefonnummer der Bundesgeschäftsstelle in Berlin gegeben, da er sich mit so etwas nicht befassen wollte.“

Quellenschutz

Der Verdacht, dass Gronbach im Auftrag einer Behörde nicht nur versuchte, NPD-Mitglieder in Straftaten zu verwickeln und dafür eine vermeintliche Verbindung zum Polizistenmord nutzte, sondern schon den Kontakt zu Petra Senghaas mit dem Ziel herstellte, über sie an diese NPD-Strukturen heranzukommen, wird gestützt durch Gronbachs großzügiges Geschenk eines Dubai-Urlaubs im Wert von angeblich 5.000 Euro an Senghaas zu Beginn ihrer Liaison Anfang 2011.

War der 4. November 2011 der Startschuss für eine längst geplante Krokus-Kampagne? Wurde Gronbach vom Stuttgarter LKA in Marsch gesetzt, weil endlich eine politisch-korrekte Lösung für den Heilbronner Polizistenmord her musste?

Nach dem 4. November 2011, dem Tag, als die NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in einem Wohnmobil starben, ging eine Veränderung mit dem Pärchen vor. Petra Klass erinnerte sich an den Hinweis auf eine Täterschaft der NPD im Zusammenhang mit dem Heilbronn-Mord. Sie begann, unter Regie ihres Freundes, ihren Vorwurf zu verbreiten, in Baden-Württemberg seien seit 2007 Hinweise auf rechtsextreme Täter unterdrückt worden.“ 5)

Verstärkt wird die Hypothese eines Agent Provocateur des LKA durch ein weiteres Detail. Nach Veröffentlichung eines Fotos Florian Heiligs und Kameraden in Nazi-Pose erhält der Blogger von NSU-Leaks eine Drohmail aus Irland.6)

foto_heilig_urheberrecht

Gronbach macht eindringlich Eigentumsrechte am Foto geltend und verweist auf Quellenschutz. Wer soll geschützt werden und in wessen Auftrag? Ist das seine eigene Aufnahme? Kommt auch das NSS-Phantom von Gronbach, wie NSU-Leaks vermutet, oder doch von BIG Rex?

Diese Mail datiert vom Sommer 2014. In diese Zeit fällt der Besuch von Tatjana Heilig und Florians Freundin „Bandini“ bei Gronbach/Senghaas. Ein Interview entsteht, in dem Alexander Gronbach seine Lieblingsthesen zur Haller NPD, NSS und Florians alten Kameraden verwurstet.7) „Bandini“ wird sich später in nicht öffentlicher Befragung vor dem Untersuchungsausschuss vom Inhalt dieses Interviews distanzieren. Die Hälfte sei gelogen.

Alles nur geklaut

Familie Heilig wendet sich in der Folgezeit von Gronbach ab und Prof. Hajo Funke zu. Heute würde Vater Heilig mit dem Iren nicht einmal ein gemeinsames Guinness trinken.8) Wenn Funke der Mann Berlins ist, dann scheint im Sommer 2014 klar geworden zu sein, dass Stuttgart die Kontrolle über das NSU-Phantom zu verlieren droht. Alexander Gronbach wird offenbar ausgebootet und beschwert sich in seinem „Offenen Brief“ bitter über den „Lügenprofessor Funke“.

Er geht sogar noch weiter. Bereits Anfang April 2015 spricht Gronbach offen aus, was damals nur heimlich vermutet wird: Hajo Funke sei gemeinsam mit Heiligs an manipulierten Beweisnachfindungen in Florians Autowrack beteiligt.9)

Ich Alexander Gronbach sagte sehr deutlich, dass die Familie Heilig die nun 12 präsentierten Gegenstände unter Anleitung von Demagogen Funke in diesen PKW gelegt haben!

Ich Alexander Gronbach sagte sehr deutlich, dass Heike Heilig und Tatjana Heilig Ende Juni 2014 einen Deal an dem Urlaubsort Fehmarn mit Sicherheitsbehörden machten! Wobei ich hier anfügen muss, dass wahrscheinlich Gerhard Heilig nicht in diesen Deal eingebunden war, da er erst einige Tage später dort nachgefahren ist – nach Fehmarn!

Was genau passierte hier? Tatsächlich wissen wir nicht, wer die Idee einer mutmaßlichen Beweismittelfälschung hatte und wie groß die Anteile der Heiligs und Funkes daran wirklich sind.

Wenn wir den Imageverlust Hajo Funkes als Kollateralschaden ignorieren, ist im Ergebnis der Aktion vor allem die Glaubwürdigkeit der Heiligs schwer beschädigt worden. Und genau darum könnte es gegangen sein. In der Sache hatten die nachgefundenen Gegenstände je nach Sichtweise und Interpretation sowohl die Suizid- als auch die Mordthese gestärkt. Theoretisch eine Nivellierung beider Lösungsansätze bei maximalem Schaden für Heiligs Anliegen einer Mordaufklärung. Praktisch hat sich der Untersuchungsausschuss unter Wolfgang Drexler auf den Selbstmord festgelegt.

Mit seiner frühzeitigen Denunziation der Heiligs nimmt Gronbach die nachfolgende Entwicklung vorweg. Zweifel an Heiligs und Florians Exklusivwissen werden nun ohne weitere Rücksicht geäußert. Sind Heiligs also mit den Nachfindungen von Handy, Autoschlüsseln, Waffen usw. hereingelegt worden? Vom LKA selbst?

Zu den erstaunlichen Wendungen Gronbachs gehört, dass er noch 2014 Zeugenschutz für Bandini gefordert haben will, weil sie wegen ihres Wissens über Rechtsextremisten in Gefahr sei.10)

Frage: Wir haben ja anhand der Akte der STA Stuttgart zu Florian Heilig mit dem Aktenzeichen 5 UJs 8127/13 umfangreiche Dinge erarbeitet, was wir jedoch momentan getrennt halten. Wuerdest Du Dich unter hoechsten Sicherheitsmassnahmen und weil Du nur ein Treffen ausserhalb Deutschland wuenscht, bei kompletten Schutz fuer Dich und deine „Gesamte Familie” in unserem Beisein mit zwei LKA Beamten treffen und eine verwertbare Aussage taetigen?

Bandini: Unter diesen Umstaenden und wenn solange, bis dies alles gewaehrleistet ist, mein Name komplett geheim bleibt, wuerde ich hier bei Dir in deinem Beisein mit zwei LKA Beamten sprechen. Ansonsten nein!“

Im April 2015 gibt er die Identität Bandinis ohne Weiteres preis. 11)

Wir gaben ihr den Decknamen “Bandini” nach einem Pferd, was sie mal als Pflegepferd geritten hatte. Unter diesem Decknamen “Bandini” wurde z.b. der Vizepräsident und heutige Vorsitzende des PUA Stuttgart – Wolfgang Drexler kontaktiert, nebst dem ehemaligen Mitglied des Bundes PUA Clemens Binninger sowie das Zeugenschutzdezernat des LKA Baden Württemberg, um einen Schutz für diese Yasmin Maier zu erhalten. Eine Hilfe oder gar Schutz wurde ABGELEHNT!“

Des Pudels Kern

Auch zum Tod Florians liefert Gronbach eine eigene Version. So phantastisch sie erscheint, auch diese Geschichte erfüllt eine konkrete Funktion. 12)

Melisa Marijanovic hat um ca. 23.25 Uhr am 15 September 2013 Florian Heilig an den Campingplatz Bad Cannstadt einbestellt. Es ist eine schon tolldreiste Lüge der Staatsanwaltschaft Stuttgart, dass in Folge suggeriert wurde, dass sich Florian Heilig in Nähe zum LKA Gebäude Selbstmord verübte und so sollte dargestellt werden, dass er in seiner Verzweiflung vor dieser angeblichen Aussage in räumlicher Nähe Selbstmord verübt habe.

TATSACHE ist jedoch, es gab gar kein Treffen in Bad Cannstadt mit BIG REX oder gar LKA. Das ist eine reine Erfindung des zuständigen Staatsanwaltes um den Tatort zu erklären! Florian Heilig sollte weitab von Bad Cannstadt in der Nähe seines Schulungszentrums befragt werden.

Es gab keinerlei Grund, dass sich Florian Heilig am Campingplatz in Bad Cannstadt befand, an dem Campingplatz wo sich in der Vergangenheit auch schon Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt “belegt” mit anderen Personen getroffen hatten!“

Gronbach postet seinen „Offenen Brief“ am 1. April 2015. Melisa Marijanovic ist wenige Tage zuvor, am 28. März, überraschend verstorben, vier Tage nach dem sie im Stuttgarter Untersuchungsausschuss aussagte und als potentielle Zeugin im wiederaufgenommenen Heilig-Verfahren galt.13) Sie ist damit als Platzhalter in Gronbachs NSU-Lügengewirr frei verfügbar. Jetzt soll sie Florian nach Cannstatt gelockt haben. Und zwar etwa fünfundzwanzig Minuten, bevor er auf der Nürnberger Straße geblitzt wurde. Beweisen lässt sich das praktischerweise nicht mehr.

Entscheidend aber ist: Alexander Gronbach verschiebt die geplante Befragung Florians durch die EG Umfeld (LKA BW) am 16. September 2013 weit weg von der Taubenheimstraße, raus aus Stuttgart, in Richtung Geradstetten. De facto versucht er damit, den Verdacht zu zerstreuen, das LKA selbst könnte in Verbindung stehen mit dem „Suizid“ am Cannstatter Wasen.

Zeitpunkt und Todesursache des plötzlichen Sterbens erscheinen auch bei Melisa so ungewöhnlich, dass sich selbst im Untersuchungsausschuss verschwörungstheoretische Zweifel regen.14) Offiziell glaubt man freilich weiter an verrückte Zufälle. Für einen staatlichen Mord an Melisa jedoch gibt es, nachdem Florian inzwischen zunehmend als paranoider Aufschneider dargestellt wird, die Glaubwürdigkeit der Familie beschädigt ist und sich die Suizidthese tendenziell durchgesetzt hat, kein Motiv.

Ein LKA-Zeugenschutz, wie ihn Gronbach vergeblich für „Bandini“ forderte, ist jedenfalls nicht weniger wahrscheinlich als plötzliche Lungenembolie oder Staatsmord. Fast alles ist inzwischen möglich und vermittelbar im Florian-Heilig-Komplex, mit weiteren Volten ist zu rechnen. Letzte Gewissheiten gibt es bisher nicht.

Auch ohne Alexander Gronbachs Mitwirkung driftet der Fall Florian zunehmend ins Irreale ab. Das aber sollte den Blick auf das Wesentliche nicht verstellen: Der Heilig-Komplex hat, ebenso wie KKK-Klamauk und rechtsextremistische Verdachtsaura, keine andere Funktion, als von den Hintergründen des Heilbronner Polizistenmordes abzulenken. Und um den geht es im Kern.

Art und Weise der überzogenen Inszenierungen im Fall Heilig lassen inzwischen allerdings auch den Mordanschlag auf Kiesewetter und Arnold in einem neuen Licht erscheinen. Dazu ein anderes Mal mehr.

 


Fußnoten/Quellennachweise

1) http://www.nsu-watch.info/2015/04/besser-spaet-als-nie-nsu-untersuchungsausschuss-in-bawue/

2) http://bw.nsu-watch.info/?p=89

3) http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.rechte-umtriebe-in-hohenlohe-die-folgenreiche-liaison-zweier-v-leute.b1a28725-e57f-481d-bf4a-d9eff7ddfe6b.html

4) https://www.facebook.com/permalink.php?id=581431391927662&story_fbid=835029913234474

5) http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.rechte-umtriebe-in-hohenlohe-die-folgenreiche-liaison-zweier-v-leute-page1.b1a28725-e57f-481d-bf4a-d9eff7ddfe6b.html

6)https://sicherungsblog.wordpress.com/2015/04/27/nsu-ausschuss-landle-27-4-2015-gedons-statt-mordaufklarung/

7) http://www.das-zob.de/tag/stefan-ruehle-nelly-ruehle/

8) http://bw.nsu-watch.info/?p=89

9) http://www.das-zob.de/alexander-gronbach-zum-nsunss-komplex-florian-heilig-funke-drexler-melisa-und-co/

10) http://www.das-zob.de/tag/stefan-ruehle-nelly-ruehle/

11) http://www.das-zob.de/alexander-gronbach-zum-nsunss-komplex-florian-heilig-funke-drexler-melisa-und-co/

12) ebd.

13) http://www.spiegel.de/panorama/justiz/nsu-zeugin-tot-aufgefunden-a-1026171.html

14) http://blog.zeit.de/nsu-prozess-blog/2015/03/30/der-zufall-geht-um/

Typographie und Orthographie wurden in den Zitaten teilweise zurückhaltend korrigiert.

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3 Gedanken zu “Leprechaun

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