Laterna magica

            

 

Man versucht, sich mit Hilfe des eigenen Todes frisches Blut zu verschaffen, mit Hilfe der Krise, der Negativität und der Anti-Macht den Kreislauf der Macht wieder anzukurbeln.“

Jean Baudrillard, „Agonie des Realen“

 

Staatsterroristen tun, was nötig ist. Davon sind sie fest überzeugt. Wie der archaische Landwirt Abel pflügen und bestellen sie die Krume, sorgen dafür, dass sich im Stall die Muttersau wohlfühlt und Ferkel wirft, mästen die Kleinen und schlachten sie zu gegebener Zeit. Aber wie die Wurst gemacht wird, wollen wir nicht wissen. Manchmal zu Weihnachten werden sie sentimental und weinen bitterlich.

Nur wenige von ihnen wissen noch um die magische Kraft des Blutes. Besonders dem deutschen Beamten ist Mystik fremd. Er will sich nicht mit rotem Lebenssaft besudeln oder wie Jefferson den Baum der Freiheit damit düngen, er besitzt die Durchführungsverordnung.  Freiwillig glaubt er nicht einmal an die sonntägliche Verwandlung von Wein in Blut, sondern nur, wenn es angewiesen wird. Ihm genügt das Wort, das von oben kommt.

Seit Hollywood die Seelsorge für alle menschliche Kreatur ganz übernahm, hat sich auch das Berufsbild des Staatsterroristen verändert; hin zum Priesterregisseur. Er ist smarter geworden und kreativer. Eine Leichtigkeit des Seins weht nun zuweilen durch Staatsschutzabteilungen, wenn aus Kulissen Tatorte werden, aus Requisiten Beweismittel und sich das Geheimnis der Transsubstantiation offenbart: Kunstblut tut es auch, auf die Beleuchtung kommt es an. Und auf die erzählte Geschichte.

Bereit zu sein, sich ins Unvermeidliche nicht nur zu fügen, sondern es freudig mitzugestalten und das auch von anderen zu fordern, heißt hierzulande Rechtschaffenheit. Ein pietistischer Menschenschlag im Südwesten Deutschlands hat sie perfektioniert. Am frommsten ist, wer Gutes tut im Verborgenen und die Rechte nicht wissen lässt, was die Linke gibt.

MFG

Der Mordanschlag auf Kiesewetter und Arnold drängt unsere Vorstellung von der großen Welt des Verbrechens in die Heilbronner Nußschale. Dort treffen sich BFE, NPD und DEA, Mevlüt Kar, Hisbollah und KKK, Mossad, LfV und LKA, MAD, uwP, Russenmafia; Spitzel, Jugos, Bruderschaften, Heroin, Zigeuner, Geld und Waffen. Auch einen Pink Panther gibt es im Miniaturtheater, dazu Krokus, Erbse und Sankt Florian, Trugspurenjongleure und die zersägte Jungfrau. Für uns endet die Vorstellung, wenn Wolfgang Drexler einen guten Heimweg wünscht. Hinter der Bühne, im Raum 433, sitzen Illusionisten und Zeugendarsteller dann noch in vertraulicher Runde zusammen.

Unser Misstrauen hat Gründe: Im schärfsten Kontrast zu den Möglichkeiten des Spektakels steht das scheinbare Versagen von Ermittlern und Staatsanwalt, eine hohe Belohnung, die im kriminellen Milieu niemand wollte und schließlich die enttäuschende Auflösung im Stregdaer Wohnmobil. Auch das  eine Bühne, aber laienhaft arrangiert; vollgestopft mit Requisiten, zu denen die gestohlenen Dienstwaffen Kiesewetters und Arnolds gehören sollen.

Wie immer die Pistolen in den Osten gelangt sind; das Ländle schloss durch sie einen unkündbaren Kontrakt mit dem NSU. Selbst dann, wenn sie die Böblinger Waffenkammer nie verlassen haben. Dennoch kann das NSU-Phantom dem aufgeflogenen Wattestäbchen-Phantom nicht helfen, eine Simulation verrät die andere. Gefragt danach, was Böhnhardts und Mundlosens Tat in Heilbronn belegt, lüftet Ermittler Mögelin für einen Moment den Vorhang: „Bei den objektiven Spuren: nichts.“1)  

Mit der Übergabe des Heilbronner Polizistenmordes ans BKA entzieht sich Baden-Württemberg nicht nur offen seiner Verantwortung für Kiesewetter und Arnold, es geht auch ein scheinbar hohes Risiko ein. Was passiert, wenn Spuren des Verbrechens in Dienststuben führen? Denn in Stuttgart kann man am 4. November 2011 nicht wissen, wie weit Bundesanwalt Diemer und sein Ermittler Ziercke beim Kampf gegen rechts gehen werden.

Um ein schmutziges Geheimnis zu schützen, ist eine Abgabe von Zuständigkeit die schlechteste Lösung. Es sei denn, man hält den Übernehmenden für inkompetent, macht gemeinsame Sache oder es gibt nichts zu verbergen, jedenfalls keinen Kollegenmord. Dann nutzten die Schwaben einfach eine Gelegenheit, auf den NSU aufzuspringen und hielten sich für clever.

Kultus

Aber was macht Stuttgarts gebrochenen Schwur, den Mord an Michèle Kiesewetter aufzuklären, so besonders? Warum interessiert uns die Wahrheit hinter einem Ereignis, das zehn Jahre zurückliegt, wenn jene staatliche Ordnung, der Kiesewetter diente, selbst kein Interesse hat? Wenn der Staat den Angriff auf sich und seine Vertreter unerwidert lässt und sich stattdessen der NSU-Simulation anschließt? Weil wir die Ordnung anstelle der Macht retten wollen?

Wir sehen in Michèle Kiesewetters Tod unser Versagen; eine Projektion ohne Trost. Ihr Opfer ist doppelt sinnlos: Es kann die verletzte Ordnung nicht wiederherstellen und Sühne wird durch den NSU-Schwindel verweigert. Das Behördenhandeln stellt unmissverständlich klar: Für das Funktionieren einer gesellschaftlichen Simulation ist unwichtig, wer das Verbrechen begeht, die Macht sucht sich ihre eigenen Täter und schafft im nächsten Schritt die Tat.

Wer versucht, den Grenzverlauf der Inszenierung bloßzulegen, den Übergang zur Lüge, zur Simulation, muss damit rechnen, dass es diesen Übergang nicht gibt, dass eine Inszenierung schon am Anfang außer Kontrolle geraten ist.

Verschwörung

Jenseits der beweisfreien Verschwörungstheorie Herbert Diemers und ihren Modifikationen in Parlamentsausschüssen und Leitmedien, es haben wahlweise Böhnhardt und Mundlos oder rechtsextreme Netzwerke den Mordanschlag auf der Heilbronner Teresienwiese verübt, konzentriert sich ernstzunehmender Verdacht bis heute auf einen Tathintergrund im Bereich organisierter Kriminalität.

Die Gretchenfrage, welches zwingende Staatswohlinteresse einer Ermittlung der Täter entgegensteht, wird meist mit der Annahme einer Verstrickung von Polizeikräften ins kriminelle Milieu gelöst, bis hin zu Tatbeteiligung oder Kollegenmord.2)  Der Anschlag also als Verdeckungsstraftat, die vorzugsweise Michèle Kiesewetter galt; ein Sicherheitsrisiko, das ausgeschaltet wurde. Seit 2010 jedoch habe sich unter Mögelin der Ermittlungsdruck der Soko Parkplatz auch auf Böblinger Bereitschaftspolizisten erhöht. Der Dienstherr zog mit der Entsorgung des Problems in Thüringen und Sachsen die Reißleine.

Das ist plausibel. Offenkundig ist es sogar die einzige sinnvolle Erklärung, denn auch der Racheakt einer Mafia liefert ohne involvierte Polizeibeamte keine echten Gründe fürs Nichtermitteln.

Und doch gibt es damit Schwierigkeiten. Sabotage durch Heilbronner Ermittler „von Anfang an“ erfordert zwingend Vor- oder Mitwissen. Wie wahrscheinlich ist so ein Wissen, das nicht nur zwingend Kreise in die Behördenleitung und des Innenministeriums zieht, sondern eher umgekehrt deren Anweisung verlangt, weitere Aufklärung zu vereiteln?

Um den drohenden Skandal in dieser Frühphase zu deckeln, muss die Landesregierung die Dimension abschätzen und kontrollieren können. Sie braucht eine Zuversicht folgenloser Vertuschung „für immer“, die Züge von Allmacht trägt. Dass diese Korruption Erpressungspotential schaffen und Loyalität von Beamten gefährden würde, wären unvermeidliche Risiken.

Das Ganze vor dem Hintergrund einer aufgescheuchten Öffentlichkeit durch die voreilige Einschätzung des damaligen Ministerpräsidenten Oettinger, die Tat sei ein brutaler Racheakt auf die Landespolizei und anhaltenden Spekulationen aus der Politik.3)

Der Heilbronner Polizeichef Roland Eisele ließ nach „irgendwelchen Verrückten“ fahnden, also „hoch- und brandgefährliche Leute, die keine Hemmschwelle kennen, zu schießen“. Der CDU-Polizeiexperte Karl Zimmermann traute die Tat einem „Schwerverbrecher“ zu, der aus der Gefängnisklinik auf dem Hohenasperg geflohen war.

Ein Polizeisprecher zählte „Psychopathen, Terroristen, Waffenhändler und Drogenmafia“ als potenzielle Mörder auf. Für den Polizeigewerkschafter Wolfgang Speck bewies die brutale Methode, „dass es keine Täter aus West- oder Mitteleuropa waren“.

Eine Verschwörung dieser Größenordnung bedarf moralischer Legitimation und eines gemeinsamen Motives. Das Vertuschen eines Kapitalverbrechens und Offizialdeliktes aus niedrigsten Motiven ist dafür zu schwach. Noch jedenfalls. Gewalt- oder Terrorprävention geben schon eher die Grundlage her, alle Beteiligten konspirativ einzubinden im stillschweigenden Einverständnis, einen Skandal mit unabsehbaren Folgen unter allen Umständen zu vermeiden.

Kunstblut darf fließen. Ein Mord durch schwäbische Pietisten – nein.

Schnäpple gemacht

Greifbar wird der vermutete Kontakt zwischen Böblinger Bereitschaftspolizei und Milieu, als im  Frühjahr 2011 die Soko „Parkplatz“ Thomas Bartelt und Timo Heß zum Sportstudio „Easy Fit“ befragt. Ein BFE-Beamter hatte Sonderkonditionen für die Polizisten ausgehandelt, die dort ihren Dienstsport machten. Der günstige Preis war mit Vorsichtsmaßnahmen verbunden, an die man sich trotzdem nicht hielt. Nach Möglichkeit inkognito bleiben: Keine Shirts mit BFE-Aufdruck, keine Gespräche über Polizeiinterna. Timo Heß im Mai 2011: 4)

Es waren viele Ausländer dort. Viele zwielichtige Gestalten, mit denen man nach polizeilichen Erfahrungen nichts zu tun haben möchte, weil man mit ihnen möglicherweise auch irgendwann als „Klientel“ zu tun haben könnte. Nicht alle, aber im Vergleich zu anderen Studios in denen ich zuvor war, war dies schon auffällig.

Dienstsport in diesem Umfeld? Das kann man grob fahrlässig nennen oder Absicht. Immerhin hatte Tom Bartelt in seiner Zeit beim SEK die Frau des Mafiabosses Bozo als Spitzel angeworben. Also V-Mann-Fischen in der Muckibude?

Aber spätestens als bei einer Razzia in der Kornwestheimer Russendisko „Luna“ Mitgliedskarten fürs „Easy-Fit“ gefunden wurden, war die Leitungsebene sensibilisiert. Dass sie die Dinge trotzdem laufen ließ, ist erklärungsbedürftig. Es bleibt eine letzte Variante: Eine Kollaboration mit Kriminellen wurde ausgeschlossen. Denn wie lange bliebe ein Anbandeln zwischen Polizisten und Unterwelt in der BePo geheim?

Angst

Dennoch: Thomas Bartelt fühlte sich verfolgt. Eigentlich hat einer wie er keine Angst, aber irgendjemand hatte die Radmuttern am Auto seiner Frau gelockert. Angst passt auch nicht zu seinen sorglosen Umgang mit Duska, der Frau des Jugo-Gangsters Bozo Culafic. Nach seinem Wechsel vom SEK nach Böblingen warnt Bartelt immerhin seine Kollegen vor Manipulationen an Privatautos, was jene anscheinend nicht ernst nehmen.5)

Vor der Gefährdungssituation habe ich im kleinen Rahmen meinen SEK-Iern etwas davon erzählt. Erst als bei mir Schutzmaßnahmen durchgeführt wurden, musste ich in der BePo Böblingen zwangsläufig einen größeren Kollegenkreis einbinden.

In welcher Gefahr Tom Bartelt schwebte, hat ihm nach dem Kiesewettermord sein amerikanischer Freund Brian Gould von den Special Forces erklärt. Brian brachte auch die Idee auf, dass der Heilbronner Mordanschlag eigentlich ihm, Thomas, galt und Kiesewetter und Arnold Ersatzziele waren.6)

Ich meine damit, dass Brian mir vorausgesagt hat, dass ich mich in einer latenten Gefahr befinde und dass diese Ventil Anschnitte auf dem Balkan an der Tagesordnung sind, während man mich hier noch belächelte und meinte, dass es so etwas noch nie gegeben hätte.

Auf meine Intervention hin, dass ich keinerlei Verknüpfung zwischen der Heilbronn-Tat und meiner Gefährdungsgeschichte erkennen kann, erklärte er mir, dass man mir mit diesem „lauten Mord“ am helllichten Tag ein klares Zeichen der Potenz meiner Gegner setzen wollte.

Ich selber tue mich sehr schwer mit diesem Gedanken. Wenn es so wäre, hätte ich ein gewaltiges Päckchen Schuld mit mir rumzutragen, auch wenn ich direkt wohl nichts dafür kann.

Brian Goulds Profiling landete schließlich bei Bartelts Vorgesetzten. Wichtigtuerei? Was immer an diesen Geschichten um gekappte Reifenventile dran sein mag, Bartelt sah sich offenbar als Superpolizist. Wie wahrscheinlich ist es da, dass er „die Seiten wechselt“ und sich zusammen mit Kriminellen an einem Mordkomplott gegen seine Untergebenen beteiligt? Aber ohne weitergegebene Details des Einsatzplanes für den Tattag löst sich die These vom geplanten Mordanschlag auf die „Verräterin“ Kiesewetter in Luft auf.

Eine Ambivalenz der Ängste gibt es auch bei Kiesewetter und Arnold selbst. Wenn Michèle Angst vor der Drogenmafia hatte, gegen die sie als Lockvogel ermittelte, gar verfolgt wurde, warum schrieb sie sich dann für den Einsatz am 25. April 2007 ein und fuhr in Uniform Streife? Auch hier grobe Fahrlässigkeit der Vorgesetzten oder routinierte Gefahrenbewertung? Und wie glaubwürdig ist die panische Angst Martin Arnolds vor der Veröffentlichung der Phantombilder, wenn er gleichzeitig einfachste Schutzmaßnahmen ablehnte?7)

Darüber hinaus wurde Herr Arnold dringen ersucht aus Sicherheitserwägungen seine Handynummer zu wechseln, da diese nach Informationen der Soko Parkplatz auch Journalisten bekannt sei. Herr Arnold bestätigte die Anrufe von Journalisten, wollte die Nummer jedoch behalten, damit sich „alte‘-Bekannte bei ihm melden könnten.

Seitens des LKA wurde nochmals betont, dass die Nummer aus Gefährdungsaspekten geändert werden sollte. Darüber hinaus sollte er auch seinen Facebook-Auftritt dahingehend ändern, dass er entweder nicht personifizierbar ist oder der Account sollte gelöscht werden.

Martin Arnold stellte abschließen fest, dass er weiterhin wahnsinnige Angst habe und einer Veröffentlichung nicht zustimme.

Das ist seltsam, weil der Verdächtige, sei es „Chico“ oder sonstwer, bei Veröffentlichung nicht weiß, ob das Phantombild von Arnold oder einem anderen Zeugen stammt und es zur Identifizierung durch Arnold auch ohne seine Mithilfe bei der Ermittlung des Täters gekommen wäre.

Ist Arnolds Angst vorgetäuscht? Warum bringen die Heilbronner Killer ihren Job nicht zuende? Weil sie Arnold nicht finden? Und wenn die mit Arnolds Ablehnung korrespondierende Ablehnung Meyer-Manoras‘, Phantombilder zu veröffentlichen wegen Unglaubwürdigkeit der Zeugen, keine Sabotageakt ist, sondern den Tatsachen entspricht?

Theresienwiese

Wenn die Staatschützer Aust und Laabs im „Heimatschutz“ Merkwürdiges zum Mordanschlag zusammentragen, bleibt Vorsicht geboten. Aber Hauptziel ihrer Scheinangriffe ist der Verfassungsschutz und der fehlt am Tattag fast ganz.

Die Heilbronnabschnitte sind vielleicht deshalb das Interessanteste ihrer Propagandaschrift. Wir erfahren, dass Michèle Kiesewetter als zivile Ermittlerin weit stärker in die Anbahnung von Drogengeschäften eingebunden war, als üblicherweise dargestellt. Eine Gefährdungssituation entstand zwangsläufig und damit Gründe, die junge Polizistin zu schützen.

Aust und Laabs schließen sich beim Mordgeschehen halb einem Verdacht gegen die Kollegen von der Bereitschaftspolizei an, wenn auch hier aus Staatsschutzgründen: Timo Heß hat beim KKK-Honigtopf mitgemacht, damit wird irgendwie die gesamte Polizei zum Scharnier zwischen Rechtsextremismus und organisiertem Verbrechen.

Ohne den Filter einer rassistischen Polizei, die den Mord mindestens vertuscht, bleibt ein Einsatzablauf, der auch eine andere Deutung erlaubt. Spannend wird es ab dem Zeitpunkt, als der Zeuge Schmidt mit seinem Fahrrad gegen 14 Uhr die Fahrradbrücke überquert und einen blutverschmierten Polizisten sieht, der seitlich aus einem Streifenwagen hängt. Der Zeuge fährt weiter zum Bahnhof und bittet einen Taxifahrer, die Polizei anzurufen.

Dieser Anruf beginnt laut Funkzellenauswertung 14:12 Uhr. Der Taxifahrer kann den Sachverhalt nicht klar schildern und übergibt das Telefon schließlich an den Zeugen Schmidt. So bestätigt das Schmidt auch im NSU-Untersuchungsausschuss. Der Zeitverlust durch das Kommunikationsproblem von etwa drei Minuten, also Stand 14:15 Uhr, macht den folgenden Ablauf zusätzlich interessant:8)

Nun widersprechen sich in den offiziellen Akten, Vermerken und Dokumenten fast alle zentralen Uhrzeiten und Daten. Um 14 Uhr 14 und 28 Sekunden – also kurz nachdem der Taxifahrer sein Gespräch mit der Polizei begonnen hat – kommt über Polizeifunk die erste Meldung über angeschossene Kollegen auf der Theresienwiese.

Aber schon um 14 Uhr 12 war durch das Landespolizeipräsidium Stuttgart der »Ring 30«, also eine Ringfahndung 30 Kilometer um den Tatort herum, ausgelöst worden. Das soll damit zusammenhängen, dass die Zeiten nicht immer korrekt im System abgespeichert werden. […] Um 14 Uhr 15 und 21 Sekunden wird die sogenannte Bereichsfahndung in einem Radius von fünf Kilometern um den Tatort ausgelöst. Ebenfalls um 14 Uhr 15 startet der erste Polizeihubschrauber, Bussard 805, in Stuttgart. […] Um 14 Uhr 16 und 15 Sekunden trifft die erste Streife am Tatort ein, weitere folgen in kurzen Abständen. Das Gespräch mit dem Taxi- und dem Radfahrer dauert zu diesem Zeitpunkt noch an.

Um 14 Uhr 18 meldet eine Polizistin über Funk, ohne dass sie ihren Namen angibt oder dass ein Notarzt vor Ort wäre, dass eine Kollegin tödlich getroffen ist. Das Problem ist: Die Heilbronner Polizei behauptet, dass diese Beamtin die junge Polizeimeisterin Kind sei. Die ist aber um 14 Uhr 15 noch in der Funkstube der Wache, muss also in drei Minuten aus dem Gebäude rennen, sich einen Streifenpartner suchen, in einen Streifenwagen springen und durch den dichten Verkehr die dreieinhalb Kilometer zur Wiese fahren. Sie […] korrigiert später ihr Protokoll und schreibt, sie sei um 14 Uhr 22 angekommen. […]

Um 14 Uhr 22 […] ist die Notärztin jedoch schon lange am Tatort. Sie schreibt auf den Totenschein den Zeitpunkt des festgestellten Todes: 14 Uhr 22. […] Kind und ihre Kollegen hingegen behaupten, die zwei Streifenwagen der Heilbronner Polizei seien als erste am Tatort gewesen. […]

Warum, und das wird die drängendste Frage sein, zieht niemand das Opfer ganz aus dem Auto? Eine Notärztin soll, bei halb-offener Tür, ein Opfer halb im Wagen liegend erstversorgt und dann dessen Tod festgestellt haben?

Es ist gegen 14 Uhr 25. […] Ein Beamter der BFE 523 hat unmittelbar nach der Tat das Mobile Einsatzkommando (MEK) Karlsruhe am Tatort gesehen […]

Das MEK Karlsruhe ist 92 Kilometer weit weg stationiert. Auf einigen Fotos nach der Tat sind Kastenwagen mit dem Nummernschild KA für Karlsruhe zu erkennen. Es ist ungeklärt, was das MEK Karlsruhe so schnell, wenige Minuten nach der Tat, am Tatort gemacht hat. […]

Jetzt wird die nächste merkwürdige Entscheidung getroffen. Ein Heilbronner Polizist erinnert sich: »Zunächst habe auch die Funkleitzentrale allen einzusetzenden Beamten als Meldeort die Theresienwiese genannt, so dass sich zeitweise mehr als 100 Beamte […] im näheren und weiteren Tatortbereich aufhielten.« Den Tatort eines mutmaßlichen Doppelmordes als Meldeort zu nehmen ist ungewöhnlich, da die Gefahr enorm groß ist, dass durch den aufgewirbelten Staub, die Stiefel der Bereitschaftspolizisten, die vielen Autos Spuren zerstört werden.

Was Aust und Laabs nahelegen, ist Mit- und Vorwissen der beteiligten Polizeikräfte um das Ereignis auf der Theresienwiese und nachträgliche Manipulation des Ablaufes. Die Einsatzleitung habe durch falsche Entscheidungen Chaos erzeugt und Spuren beseitigt.

Ohne einen unterstellten Kollegenmord trägt der Großeinsatz allerdings Züge einer Übung im Rahmen von Verbrechensprävention. Ein weiteren Kapitel des Einsatzkonzeptes „Sichere City“ mit landesweiter Einbindung von Sondereinheiten? Gehversuche eines modernen Terrormanagements? Wären da nicht eine tote Polizistin Kiesewetter und ein schwer verletzter Arnold.

Der damalige Leiter des Heilbronner Polizeireviers, Andreas Mayer, jedenfalls ist inzwischen Kriminaldirektor der Zentralstelle für Prävention beim Stuttgarter LKA.9)

Weiter im „Heimatschutz“:

Würden sie nicht etwas anderes behaupten, könnte der Eindruck entstehen, die Einheiten aus Böblingen hatten feste Posten besetzt, die ihnen vorher in der »ominösen Sitzung« zugeteilt wurden. Daher wussten alle sofort, als per Funk die Theresienwiese erwähnt wurde, wer betroffen sein muss. […]

Als wäre der Ablauf orchestriert, trifft eine Meldung nach der anderen ein, die die Polizei vor Ort und die gesamte Stadt ins Chaos stürzen. Eine BFE-Einheit aus Böblingen wollte gerade umdrehen, sagt ein Mitglied: »Es hieß, dass wir als Betroffene aus dem Einsatz herausgehalten werden sollten. Dann ging der Alarm einer Bank in der Stadt ein. […]

Bis tief in die Nacht bekommen die Sondereinheiten und Mobilen Einsatzkommandos Aufträge: »22.20 Uhr – MEK Tübingen hat gewendet und will telefonisch mehr zum neuen Auftrag wissen. [Die Leitung] kümmert sich darum. Auch das SEK wird noch mal für einen gemeinsamen Einsatz benötigt.«

Der Mord an einer Kollegin hat diverse Polizeiverbände Baden-Württembergs in ein Chaos gestürzt, das es fast unmöglich macht, genau zu erkennen, was im Einzelnen passierte.

Das MEK Karlsruhe unmittelbar nach der Tat vor Ort? Der Leiter der FEG Heilbronn, Uwe Zeggel, der mittags eine Schulung mit den BFE-Einheiten durchgeführt haben will, hat dafür keine Erklärung, Frank Huber tippt auf Solidarität und Eigeninitiative, von einem Auftrag weiß er nichts, Revierleiter Mayer kann sich nicht erinnern.10)

Abg. Niko Reith FDP/DVP: Es wird auch immer wieder spekuliert, warum die Einsatzkräfte des Mobilen Einsatzkommandos aus Karlsruhe so schnell am Tatort an der Theresienwiese waren. Haben Sie dafür eine Erklärung, und gab es eine Zusammenarbeit des Leiters des MEK mit Ihnen?

U. Z.: Nein. Ich habe auch keine Erklärung dafür.

Auch Staatsschützer Moser wittert Vorwissen; er hat Streifenwagen in der Vortatphase aufgespürt. Für mordende Polizisten ist er offenbar bereit, Böhnhardt und Mundlos laufen zu lassen.11)

Aber er hat ja recht; wenn im Mysterium von Heilbronn alle Tathypothesen auf gewichtige Gegenargumente treffen, wie der erste Sokoleiter, Frank Huber, sagt, dann sollte das Undenkbare in Betracht gezogen werden. Auch heute noch.12)

Schulmäßig hat man in vielen Fällen, vor allem bei Tötungsdelikten, immer eine primäre Tat-Täter-Hypothese. Wir hatten in diesem Fall diese primäre nicht. Es standen viele Hypothesen quasi auf gleicher Ebene nebeneinander. Alle hatten irgendwo ein Gegen-argument oder auch mehrere.

Wenn Sie sich überlegen: eine mögliche Raubstraftat zum Entwenden, zum Rauben der Gegenstände, der Waffen; Gegenargument: Das könnte man auch an einer anderen Örtlichkeit machen, wo das Risiko nicht so hoch ist, entdeckt zu werden, und die Gegenstände übrigens, außer den Waffen, kann man auch so frei erhalten. Die Täter hatten selber Waffen, damit haben sie geschossen. Warum mussten sie jetzt auch noch eine Waffe rauben? Also das Raubmotiv hinkte. […]

Eine mögliche Tat zur Verdeckung einer anderen Straftat ist als mögliches Motiv disku-tiert worden. Das heißt, es wurde möglicherweise eine Straftat begangen zum Zeitpunkt, wo die Streife sich auf die Theresienwiese begeben hat, und die Täter haben eben, um diese Tat zu verdecken, diese Tat begangen.

Aber dann fragt man sich doch: Warum werden dann die Gegenstände mitgenommen? Warum wird der Tod nicht abgesichert durch einen zweiten Schuss? Es wurde jeweils nur ein Schuss abgegeben. Warum verwendet man so viel Zeit, wenn man eine Straftat verdecken möchte, um Ge-genstände mitzunehmen? Und die Zeit war relativ lang, um auch den Sicherungsbügel auf der Beifahrerseite, vom Kollegen, abzureißen. – Also unterschiedliche Hypothesen.

Huber war es übrigens, der öffentlich eine fast obsessive Leidenschaft für das Wattestäbchen-Phantom zeigte; wohl aus ermittlungstaktischen Gründen, vielleicht aber auch, um Ermittlungen zu verschleppen. Dass man ernsthaft nach dem uwP-Supergirl suchte, ist abwegig. Allein aus Freiburg waren zwei skurrile Fälle bekannt, die den gutgläubigsten Ermittler irritieren mussten; der Mord am pädophilen Einzelgänger Walzenbach und ein aufgebrochener Safe, aus dem Wertmarken gestohlen wurden. Einige davon tauchten später bei einer türkischen Familie auf – die uwP als Robina Hood.13)

Wenn das Wattestäbchenphantom Teil einer Ermittlungsinszenierung war, stellt sich freilich die Frage, ob es seine DNS in Heilbronn zufällig oder geplant hinterließ.

Rätselhaft ist bis heute ein weiteres Detail: Am Tag nach dem Mordanschlag erhält der Einsatzplaner der Böblinger Bereitschaftspolizisten, Sven Hollocher, den Auftrag, in Michèles Stube nach Dienstgegenständen zu suchen. Auf ihrem Bett findet er ihren Autoschlüssel. Aber wer legt einen Schlüssel, den Autoschlüssel zumal, aufs Bett, wo er jedem, der das Zimmer betritt, ins Auge fallen muss? Jemand, der genau das will; der ihn abgibt? 14)

Er gab an, dass sich auf dem Bett von Frau Kiesewetter ihr Autoschlüssel befand. Diesen nahm er an sich und übergab ihn seinem Koll. Barthels, der ihn verwahrte.

Auferstehung

Eine Woche nach dem Mordanschlag wird Michèle Kiesewetter in ihrem Thüringer Heimatort Oberweißbach beigesetzt. 1.300 Trauergäste sind gekommen, davon 750 Polizisten aus Baden-Württemberg. Wie viele dieser 750 Polizisten, die sich vor zehn Jahren auf den Weg gemacht haben, um Abschied zu nehmen und Solidarität zu zeigen, schweigen heute nicht zur NSU-Inszenierung? Und was sagt das über den sogenannten Korpsgeist aus? Der Sarg wird zu einem Lied von Nena hinuntergelassen.15) Darin heißt es:

Auch die Sehnsucht und das Glück kommt über Nacht
Ich will leben, auch wenn man dabei Fehler macht
Ich hab mir das nicht ausgedacht.

Wunder geschehen, ich hab’s gesehen
Es gibt so vieles, was wir nicht versteh‘n
Wunder geschehen, ich war dabei
Wir dürfen nicht nur an das glauben, was wir seh‘n.

Versteckte Botschaft oder makabrer Missgriff? Oder das Problem austauschbarer Identitäten? In den Sog eines doppeldeutigen liturgischen Geschehens geraten auch die späteren „sterbenden Zeugen“. Auch sie werden im Auge des Betrachters wahlweise Opfer einer zerfallenden Gesellschaft, verborgener Regisseure oder eines irre gewordenen Schicksals, was am Ende ein und dasselbe meint. Auch diesem Zeugensterben haftet die Simulation eines realen Geschehens an, das keinen Bezug mehr zu irgendetwas hat.

Oder, um es nach dem Mirakel von Eisenach mit Baudrillard zu sagen: Ein realer Überfall bringt nur die Ordnung der Dinge (…) ins Wanken, ein simulierter Überfall dagegen ist ein Attentat auf das Realitätsprinzip selbst.

 

 


Fußnoten, Anmerkungen, Bildnachweis

1) http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/nsu_-phantombilder-unter-verschluss-8839688.html

2)  https://sicherungsblog.wordpress.com/2015/04/25/hn-dutzende-leute-vor-ort-kein-einziges-auffindefoto-von-kiesewetter-und-arnold-im-tatortbefund/

http://arbeitskreis-n.su/blog/2014/12/27/heilbronn-wurde-kiesewetters-handy-ausgetauscht/

http://wir-koennen-auch-anders.blogspot.de/2014_08_01_archive.html

http://arbeitskreis-n.su/blog/2014/08/31/wuppesahl-thomas-moser-udo-schulze-die-spitzel-these-als-mordmotiv-von-heilbronn/

3) http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/verriet-oettinger-ermittlungsgeheimnisse/839494.html

http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/das-raetsel-von-heilbronn-bleibt-8436712.html

4) NSU-Leaks, Heilbronn-Ordner 10

5) NSU-Leaks, Heilbronn-Ordner 09

6) NSU-Leaks, Heilbronn-Ordner 09

7) NSU-Leaks, Heilbronn-Ordner 54

8) Stefan Aust, Dirk Laabs, „Heimatschutz“, Kapitel XI, Unterland

9) http://www.praeventionstag.de/nano.cms/personen/id/1000

10) NSU-Untersuchungsausschuss Baden-Württemberg, Protokoll Nr. 29, S. 135

11) https://machtelite.wordpress.com/2015/05/13/nsu-mord-heilbronn-die-ungeklarte-frage-der-streifenwagen-auf-der-theresienwiese/

12) NSU-Untersuchungsausschuss Baden-Württemberg, Protokoll Nr. 19, S. 13

Zur Verdeckungsstraftat: Es wird der Einwand vorgebracht, dass nicht die Mörder, sondern andere die Waffen entwendet haben könnten. Bei einem wie auch immer gearteten „Rückläufer“ der Waffen (Voraussetzung für Auffindung im NSU-Wohnmobil), hätte es dann mutmaßlich wichtige Zeugenhinweise auf die Tat und Täter gegeben.

13) http://www.zeit.de/2008/18/Die_Unsichtbare/komplettansicht

14) NSU-Leaks, Heilbronn-Ordner 09, POK Sven Hollocher, am 26. April 2007

15) http://www.stimme.de/heilbronn/polizistenmord/archiv/Mordopfer-Michele-Kiesewetter-in-ihrem-Heimatort-beigesetzt;art133317,997849

Bildnachweis: St. Ignatius College Photograph Album vol. IV

Leprechaun

So so. Nelly Rühle, Alexander Neidlein, Sigrun Häfner, KKK Schwäbisch Hall, Mord an Kiesewetter, Florian Heilig, Yasmin Maier, Melisa Marijanovic, NSS und Matthias Klabunde u.a. alles in Eigenregie? Dummschwätzer! Kommt restlos alles von uns und sonst niemanden!“

Alexander Gronbach

 

Wer eine Sache untersucht, deren wahrer Kern unter mehreren Schichten aus Lügen, falschen Spuren und sonderbarsten Widersprüchen verborgen liegt, kann selbst Opfer von Täuschungen und Irrtümern werden. Auch sorgfältigstes Prüfen und Gegenprüfen von Fakten und Plausibilitäten verhindern das nicht. Der Wahrheitssucher kennt dieses Risiko, er muss es akzeptieren.

Wo klare Beweisführung unmöglich ist, soll Hypothesenbildung und -ausschluss Hindernisse überwinden. Die Hypothese des Aufklärers ist das Gegenstück zur Desinformation, die den Zugriff auf eine geschützte Wahrheit abwehren soll. Die Sache ist vertrackt: Desinformanten bedienen sich problemlos der Wahrheit, Aufklärer können ohne Absicht desinformieren, wenn sie selbst getäuscht wurden oder falsche Schlüsse ziehen. Das eine vom andern zu unterscheiden, ist mühselig bis unmöglich, aber manchmal unumgänglich.

Eine der schillerndsten virtuellen Akteure des NSU-Komplexes macht nicht einmal den Versuch, in die Rolle des Aufklärers zu schlüpfen. Wer sich mit dem Heilbronner Polizistenmord und dem seltsamen Fall Florian Heilig beschäftigt, kommt an ihm nicht vorbei, obwohl er aus dem Off Irlands operiert. Bis heute ist unentschieden, ob Alexander Gronbach als hyperaktiver Borderliner den NSU-Irrsinn in eigener Mission auf die Spitze treibt oder im Auftrag einer Behörde falsche Spuren legt.

Die Ermittlungsgruppe „Umfeld“ des Stuttgarter Landeskriminalamtes, die seit Januar 2013 frei schwebend und ohne Auftrag des zuständigen Generalbundesanwalts verborgene rechtsextremistische Verbindungen ins Ländle aufhellen sollte, widmet Gronbach in ihrem Abschlussbericht einen eigenen Unterpunkt. Gronbachs Glaubwürdigkeit wird dort restlos zerstört, seine persönliche Leidenschaft für die NPD im Hohenlohischen bleibt unerwidert, die Krokus-Geschichte seiner Partnerin erhält ein Staatsbegräbnis erster Klasse.1)

b) Hinweisgeber G.

G. ist der Polizei seit Jahren als Hinweisgeber in den unterschiedlichsten Kriminalitätsbereichen bekannt. Die weit überwiegende Zahl seiner Hinweise ließ sich nicht erhärten beziehungsweise erwies sich als haltlos.

G. wird seitens sämtlicher Behörden (LKA BW, LfV BW, BKA) als unzuverlässig und unglaubwürdig eingeschätzt, da sich seine Hinweise beziehungsweise Behauptungen nach aufwändigen Ermittlungen in der Vergangenheit zumindest zum großen Teil nicht bestätigt haben beziehungsweise ihre Grundlage in allgemein zugänglichen Quellen lag, die dann von G. entsprechend „angereichert“ wurden.

Seit März 2013 gingen nahezu 100 E-Mails von G. und seiner Lebensgefährtin zum NSU-Komplex ein. Die Verfasser der E-Mails befinden sich im Besitz des öffentlich zugänglichen Berichts des PUA NSU und offenbar zumindest auszugsweise im Besitz der Anklageschrift der GBA für den NSU-Prozess.

Die Mails werden zumeist zeitgleich an die Presse, den GBA, das BKA und das LKA BW versandt. Die Hinweise wurden geprüft, insgesamt wurden aus den Mails sechs Spuren durch die EG Umfeld generiert, ohne dass hierdurch neue Erkenntnisse erlangt wurden.

G. gab in einer Vielzahl von E-Mails den Hinweis, dass die rechte Gruppierung um A. N. [Alexander Neidlein – Verf.] Kenntnisse über den Aufenthalt und die medizinische Versorgung des bei der Tat in Heilbronn schwerverletzten Polizeibeamten kurz nach der Tat gehabt haben soll und dieser „ausgeschaltet“ werden sollte. Umfangreiche Ermittlungen konnten diese Angaben nicht bestätigen.

In der Gesamtschau ergaben sich aus keinem der von G. und seiner Lebensgefährtin genannten Sachverhalte beziehungsweise Hinweisen neue Ermittlungsansätze.“

Diese öffentliche Demontage des Krokus-Phantoms und seines Promoters hält Tatjana Heilig, die Schwester des angeblich verstorbenen NSU-NSS-Zeugen Florian, allerdings nicht davon ab, auf Einladung Gronbachs im Sommer 2014 gemeinsam mit einer früheren Freundin Florians nach Irland zu fliegen.

Zusammen mit Gronbach/Senghaas will sie ein herbeiphantasiertes Mordkomplott gegen ihren Bruder aufklären. Im Stuttgarter Untersuchungsausschuss gibt Tatjana an, sie habe „versucht, die Situation zu entzerren“.2) Was immer das heißt.

Im „Mohrenköpfle“

Noch im Jahr zuvor, 2013, waren Gronbachs Fähigkeiten der Informationsbeschaffung nicht nur in einem weitaus günstigerem Licht dargestellt worden, er galt sogar als wertvoller V-Mann des LKA.3)

Gronbach war den baden-württembergischen Behörden nur zu gut bekannt. Mehr als ein Jahrzehnt zuvor war er selber V-Mann des Landeskriminalamts (LKA) gewesen. Er spürte als wertvoll geltende Informationen aus dem Drogenmilieu auf und half bei der Aufklärung einer Brandserie.

Deswegen brachte das LKA den Mann auch zeitweise in einem Zeugenschutzprogramm unter. Allerdings galt Gronbach als kaum steuerbar und latent gewalttätig. Außerdem sahen Ermittler ein Drogenproblem bei ihrem Drogenspitzel.“

Wollte sich das LKA mit der Herabstufung Gronbachs zum irren Hinweisgeber von einem Psychopathen distanzieren oder gibt es einen anderen Grund, seine Erfolge plötzlich kleinzureden? Ist die alte Zusammenarbeit im Geheimen reaktiviert worden? Trägt das LKA Baden-Württemberg die Kosten für Gronbachs irisches Exil?

Das Phänomen Gronbach ist ohne seine verwirrende Beziehung zur NPD im Hohenlohischen nicht zu verstehen. Seit Jahren versucht das Gespann Gronbach/Senghaas die Nationalen um Alexander Neidlein irgendwie mit dem Heilbronner Polizistenmord in Verbindung zu bringen.

Nelly Rühle, Friseuse und NPD-Mitglied aus Wolpertshausen, gehört zum engeren Kreis der „Krokus-Verdächtigen“. Sie hat eine bemerkenswerte Chronologie aufgestellt,4) die nicht zwangsläufig in allen Punkten der historischen Wahrheit entsprechen muss, aber überwiegend authentisch erscheint. Eine unabhängige Bestätigung ihrer Darstellung werden wir nicht bekommen. Vorsicht ist selbstverständlich auch hier geboten.

Das von Rühle geschilderte Persönlichkeitsbild Gronbachs entspricht den Darstellungen des EG-Abschlussberichtes. Wichtig für uns sind die Gespräche im Umfeld eines Treffens im „Mohrenköpfle“ Ostern 2012. Alexander Gronbach wird hier als Agent Provocateur beschrieben, der den Rechten gegenüber nicht nur seine Geliebte enttarnt, sondern auch ihre „Ruhigstellung“ fordert.

Man darf davon ausgehen, dass Senghaas eingeweiht war und den NPD-Leuten eine Falle gestellt werden sollte. Auch hier ist die Kernfrage: Handelte das Duo Gronbach-Senghaas autonom oder mit Wissen, Billigung oder im Auftrag Stuttgarter Behörden? Das LfV jedenfalls dürfte kaum Interesse an der Enttarnung einer V-Frau gehabt haben, gleichgültig wie intensiv die Zusammenarbeit tatsächlich war.

Am Ostermontag 2012, haben gegen 09.30 Uhr morgens zwei Männer an der Tür geklingelt. Herr Gronbach und ein Herr E. Jäger mit zwei Hunden. Herr Gronbach sagte zu mir, ich solle mitkommen und ein Stückchen mit ihm gehen, weil ich abgehört werde und er mir etwas Wichtiges zu erzählen habe.

Ich ging mit ihm ein Stückchen und er fragte mich, ob ich Frau Senghaas kenne und ich bejahrte dies natürlich. Darauf sagte er, dass sie ein Spitzel sei und auf mich angesetzt wurde und dass sie morgen, also am Dienstag, 03.04.2012, meine Akte an die Polizei übergeben werde und ich dann ziemliche Probleme bekäme.

Ich dachte zuerst an einen verspäteten Aprilscherz. Dann sagte er, er würde mir helfen, weil sie auch auf ihn angesetzt wurde und nannte sie „Die Schlampe.“

Er meinte, er müsse unbedingt heute noch mit Alexander Neidlein und Matthias Brodbeck reden. […]

Herr Gronbach erzählte uns, dass Frau Senghaas behaupten würde, ich hätte etwas mit dem Mord an Frau Kiesewetter zu tun, es solle sich auch noch etwas um eine Kundin drehen, welche Krankenschwester war. Außerdem hätte er noch weitere Informationen für uns. Ich sagte ihm, dass solch einen Quatsch doch keiner glauben würde.

Alexander Neidlein und Matthias Brodbeck sagten, dass sie kommen würden und sich anhören, was er zu sagen habe. Bis 06.04.2012 sollten alle V Männer abgezogen werden, aufgrund des zweiten Verbotsantrags gegen die NPD, daher war es natürlich interessant, zu wissen, wer der Spitzel sei.

[…]

Wir gingen dann nach Wolpertshausen ins Mohrenköpfle, mein Mann, Stefan Rühle, Alexander Neidlein, Matthias Brodbeck, ich und mein Baby. Dabei waren ebenso Herr Gronbach und Herr Jäger, welcher sich als Berufsschullehrer von Herrn Gronbach ausgab und bei diesem Herr Gronbach seit gestern lebe, da er Petra verlassen hätte.

Er erzählte uns seltsame Dinge, dass er Frau Senghaas „Ruhigstellen“ würde, er brauche dafür aber unsere Hilfe. Er wollte wissen, ob wir oder die NPD sich um die Sache kümmern könnten. Selbstverständlich lehnten wir ab. Außerdem wollte er der NPD Kontakte zur „Revolutionären Garde“ im Iran vermitteln, meines Wissens hat Alexander Neidlein ihm die Telefonnummer der Bundesgeschäftsstelle in Berlin gegeben, da er sich mit so etwas nicht befassen wollte.“

Quellenschutz

Der Verdacht, dass Gronbach im Auftrag einer Behörde nicht nur versuchte, NPD-Mitglieder in Straftaten zu verwickeln und dafür eine vermeintliche Verbindung zum Polizistenmord nutzte, sondern schon den Kontakt zu Petra Senghaas mit dem Ziel herstellte, über sie an diese NPD-Strukturen heranzukommen, wird gestützt durch Gronbachs großzügiges Geschenk eines Dubai-Urlaubs im Wert von angeblich 5.000 Euro an Senghaas zu Beginn ihrer Liaison Anfang 2011.

War der 4. November 2011 der Startschuss für eine längst geplante Krokus-Kampagne? Wurde Gronbach vom Stuttgarter LKA in Marsch gesetzt, weil endlich eine politisch-korrekte Lösung für den Heilbronner Polizistenmord her musste?

Nach dem 4. November 2011, dem Tag, als die NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in einem Wohnmobil starben, ging eine Veränderung mit dem Pärchen vor. Petra Klass erinnerte sich an den Hinweis auf eine Täterschaft der NPD im Zusammenhang mit dem Heilbronn-Mord. Sie begann, unter Regie ihres Freundes, ihren Vorwurf zu verbreiten, in Baden-Württemberg seien seit 2007 Hinweise auf rechtsextreme Täter unterdrückt worden.“ 5)

Verstärkt wird die Hypothese eines Agent Provocateur des LKA durch ein weiteres Detail. Nach Veröffentlichung eines Fotos Florian Heiligs und Kameraden in Nazi-Pose erhält der Blogger von NSU-Leaks eine Drohmail aus Irland.6)

foto_heilig_urheberrecht

Gronbach macht eindringlich Eigentumsrechte am Foto geltend und verweist auf Quellenschutz. Wer soll geschützt werden und in wessen Auftrag? Ist das seine eigene Aufnahme? Kommt auch das NSS-Phantom von Gronbach, wie NSU-Leaks vermutet, oder doch von BIG Rex?

Diese Mail datiert vom Sommer 2014. In diese Zeit fällt der Besuch von Tatjana Heilig und Florians Freundin „Bandini“ bei Gronbach/Senghaas. Ein Interview entsteht, in dem Alexander Gronbach seine Lieblingsthesen zur Haller NPD, NSS und Florians alten Kameraden verwurstet.7) „Bandini“ wird sich später in nicht öffentlicher Befragung vor dem Untersuchungsausschuss vom Inhalt dieses Interviews distanzieren. Die Hälfte sei gelogen.

Alles nur geklaut

Familie Heilig wendet sich in der Folgezeit von Gronbach ab und Prof. Hajo Funke zu. Heute würde Vater Heilig mit dem Iren nicht einmal ein gemeinsames Guinness trinken.8) Wenn Funke der Mann Berlins ist, dann scheint im Sommer 2014 klar geworden zu sein, dass Stuttgart die Kontrolle über das NSU-Phantom zu verlieren droht. Alexander Gronbach wird offenbar ausgebootet und beschwert sich in seinem „Offenen Brief“ bitter über den „Lügenprofessor Funke“.

Er geht sogar noch weiter. Bereits Anfang April 2015 spricht Gronbach offen aus, was damals nur heimlich vermutet wird: Hajo Funke sei gemeinsam mit Heiligs an manipulierten Beweisnachfindungen in Florians Autowrack beteiligt.9)

Ich Alexander Gronbach sagte sehr deutlich, dass die Familie Heilig die nun 12 präsentierten Gegenstände unter Anleitung von Demagogen Funke in diesen PKW gelegt haben!

Ich Alexander Gronbach sagte sehr deutlich, dass Heike Heilig und Tatjana Heilig Ende Juni 2014 einen Deal an dem Urlaubsort Fehmarn mit Sicherheitsbehörden machten! Wobei ich hier anfügen muss, dass wahrscheinlich Gerhard Heilig nicht in diesen Deal eingebunden war, da er erst einige Tage später dort nachgefahren ist – nach Fehmarn!

Was genau passierte hier? Tatsächlich wissen wir nicht, wer die Idee einer mutmaßlichen Beweismittelfälschung hatte und wie groß die Anteile der Heiligs und Funkes daran wirklich sind.

Wenn wir den Imageverlust Hajo Funkes als Kollateralschaden ignorieren, ist im Ergebnis der Aktion vor allem die Glaubwürdigkeit der Heiligs schwer beschädigt worden. Und genau darum könnte es gegangen sein. In der Sache hatten die nachgefundenen Gegenstände je nach Sichtweise und Interpretation sowohl die Suizid- als auch die Mordthese gestärkt. Theoretisch eine Nivellierung beider Lösungsansätze bei maximalem Schaden für Heiligs Anliegen einer Mordaufklärung. Praktisch hat sich der Untersuchungsausschuss unter Wolfgang Drexler auf den Selbstmord festgelegt.

Mit seiner frühzeitigen Denunziation der Heiligs nimmt Gronbach die nachfolgende Entwicklung vorweg. Zweifel an Heiligs und Florians Exklusivwissen werden nun ohne weitere Rücksicht geäußert. Sind Heiligs also mit den Nachfindungen von Handy, Autoschlüsseln, Waffen usw. hereingelegt worden? Vom LKA selbst?

Zu den erstaunlichen Wendungen Gronbachs gehört, dass er noch 2014 Zeugenschutz für Bandini gefordert haben will, weil sie wegen ihres Wissens über Rechtsextremisten in Gefahr sei.10)

Frage: Wir haben ja anhand der Akte der STA Stuttgart zu Florian Heilig mit dem Aktenzeichen 5 UJs 8127/13 umfangreiche Dinge erarbeitet, was wir jedoch momentan getrennt halten. Wuerdest Du Dich unter hoechsten Sicherheitsmassnahmen und weil Du nur ein Treffen ausserhalb Deutschland wuenscht, bei kompletten Schutz fuer Dich und deine „Gesamte Familie” in unserem Beisein mit zwei LKA Beamten treffen und eine verwertbare Aussage taetigen?

Bandini: Unter diesen Umstaenden und wenn solange, bis dies alles gewaehrleistet ist, mein Name komplett geheim bleibt, wuerde ich hier bei Dir in deinem Beisein mit zwei LKA Beamten sprechen. Ansonsten nein!“

Im April 2015 gibt er die Identität Bandinis ohne Weiteres preis. 11)

Wir gaben ihr den Decknamen “Bandini” nach einem Pferd, was sie mal als Pflegepferd geritten hatte. Unter diesem Decknamen “Bandini” wurde z.b. der Vizepräsident und heutige Vorsitzende des PUA Stuttgart – Wolfgang Drexler kontaktiert, nebst dem ehemaligen Mitglied des Bundes PUA Clemens Binninger sowie das Zeugenschutzdezernat des LKA Baden Württemberg, um einen Schutz für diese Yasmin Maier zu erhalten. Eine Hilfe oder gar Schutz wurde ABGELEHNT!“

Des Pudels Kern

Auch zum Tod Florians liefert Gronbach eine eigene Version. So phantastisch sie erscheint, auch diese Geschichte erfüllt eine konkrete Funktion. 12)

Melisa Marijanovic hat um ca. 23.25 Uhr am 15 September 2013 Florian Heilig an den Campingplatz Bad Cannstadt einbestellt. Es ist eine schon tolldreiste Lüge der Staatsanwaltschaft Stuttgart, dass in Folge suggeriert wurde, dass sich Florian Heilig in Nähe zum LKA Gebäude Selbstmord verübte und so sollte dargestellt werden, dass er in seiner Verzweiflung vor dieser angeblichen Aussage in räumlicher Nähe Selbstmord verübt habe.

TATSACHE ist jedoch, es gab gar kein Treffen in Bad Cannstadt mit BIG REX oder gar LKA. Das ist eine reine Erfindung des zuständigen Staatsanwaltes um den Tatort zu erklären! Florian Heilig sollte weitab von Bad Cannstadt in der Nähe seines Schulungszentrums befragt werden.

Es gab keinerlei Grund, dass sich Florian Heilig am Campingplatz in Bad Cannstadt befand, an dem Campingplatz wo sich in der Vergangenheit auch schon Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt “belegt” mit anderen Personen getroffen hatten!“

Gronbach postet seinen „Offenen Brief“ am 1. April 2015. Melisa Marijanovic ist wenige Tage zuvor, am 28. März, überraschend verstorben, vier Tage nach dem sie im Stuttgarter Untersuchungsausschuss aussagte und als potentielle Zeugin im wiederaufgenommenen Heilig-Verfahren galt.13) Sie ist damit als Platzhalter in Gronbachs NSU-Lügengewirr frei verfügbar. Jetzt soll sie Florian nach Cannstatt gelockt haben. Und zwar etwa fünfundzwanzig Minuten, bevor er auf der Nürnberger Straße geblitzt wurde. Beweisen lässt sich das praktischerweise nicht mehr.

Entscheidend aber ist: Alexander Gronbach verschiebt die geplante Befragung Florians durch die EG Umfeld (LKA BW) am 16. September 2013 weit weg von der Taubenheimstraße, raus aus Stuttgart, in Richtung Geradstetten. De facto versucht er damit, den Verdacht zu zerstreuen, das LKA selbst könnte in Verbindung stehen mit dem „Suizid“ am Cannstatter Wasen.

Zeitpunkt und Todesursache des plötzlichen Sterbens erscheinen auch bei Melisa so ungewöhnlich, dass sich selbst im Untersuchungsausschuss verschwörungstheoretische Zweifel regen.14) Offiziell glaubt man freilich weiter an verrückte Zufälle. Für einen staatlichen Mord an Melisa jedoch gibt es, nachdem Florian inzwischen zunehmend als paranoider Aufschneider dargestellt wird, die Glaubwürdigkeit der Familie beschädigt ist und sich die Suizidthese tendenziell durchgesetzt hat, kein Motiv.

Ein LKA-Zeugenschutz, wie ihn Gronbach vergeblich für „Bandini“ forderte, ist jedenfalls nicht weniger wahrscheinlich als plötzliche Lungenembolie oder Staatsmord. Fast alles ist inzwischen möglich und vermittelbar im Florian-Heilig-Komplex, mit weiteren Volten ist zu rechnen. Letzte Gewissheiten gibt es bisher nicht.

Auch ohne Alexander Gronbachs Mitwirkung driftet der Fall Florian zunehmend ins Irreale ab. Das aber sollte den Blick auf das Wesentliche nicht verstellen: Der Heilig-Komplex hat, ebenso wie KKK-Klamauk und rechtsextremistische Verdachtsaura, keine andere Funktion, als von den Hintergründen des Heilbronner Polizistenmordes abzulenken. Und um den geht es im Kern.

Art und Weise der überzogenen Inszenierungen im Fall Heilig lassen inzwischen allerdings auch den Mordanschlag auf Kiesewetter und Arnold in einem neuen Licht erscheinen. Dazu ein anderes Mal mehr.

 


Fußnoten/Quellennachweise

1) http://www.nsu-watch.info/2015/04/besser-spaet-als-nie-nsu-untersuchungsausschuss-in-bawue/

2) http://bw.nsu-watch.info/?p=89

3) http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.rechte-umtriebe-in-hohenlohe-die-folgenreiche-liaison-zweier-v-leute.b1a28725-e57f-481d-bf4a-d9eff7ddfe6b.html

4) https://www.facebook.com/permalink.php?id=581431391927662&story_fbid=835029913234474

5) http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.rechte-umtriebe-in-hohenlohe-die-folgenreiche-liaison-zweier-v-leute-page1.b1a28725-e57f-481d-bf4a-d9eff7ddfe6b.html

6)https://sicherungsblog.wordpress.com/2015/04/27/nsu-ausschuss-landle-27-4-2015-gedons-statt-mordaufklarung/

7) http://www.das-zob.de/tag/stefan-ruehle-nelly-ruehle/

8) http://bw.nsu-watch.info/?p=89

9) http://www.das-zob.de/alexander-gronbach-zum-nsunss-komplex-florian-heilig-funke-drexler-melisa-und-co/

10) http://www.das-zob.de/tag/stefan-ruehle-nelly-ruehle/

11) http://www.das-zob.de/alexander-gronbach-zum-nsunss-komplex-florian-heilig-funke-drexler-melisa-und-co/

12) ebd.

13) http://www.spiegel.de/panorama/justiz/nsu-zeugin-tot-aufgefunden-a-1026171.html

14) http://blog.zeit.de/nsu-prozess-blog/2015/03/30/der-zufall-geht-um/

Typographie und Orthographie wurden in den Zitaten teilweise zurückhaltend korrigiert.

Den Fuchs fangen

 

               gustav-gruendgens_faust

Gerhard H. sagt, er habe kein Vertrauen mehr in den Staat. Zu zwei Menschen habe er bodenloses Vertrauen, unter anderem zu Prof. Hajo Funke. Der solle gefragt werden, ob sie das Handy bekommen könnten.“
5. öffentliche Sitzung des NSU-Untersuchungsausschusses Baden-Württemberg

Tue nichts Gutes, dann widerfährt dir nichts Schlechtes. Professor Hajo Funke wollte nur helfen und steht nun selbst im Zentrum der Kritik. Beweismittel fehlen, um deren Auswertung er sich als Berater der Familie Heilig bemühte.1) Der Verdacht der Manipulation steht im Raum und Zweifel an Funkes Vorgehen wurden zuletzt immer unverhohlener formuliert. Aber alles endet furchtbar am 17. Juli 2015 in einem Lamento vor kleingeistig-schwäbischen Parlamentariern, die dem Rechtsextremismusexperten mit offenem Misstrauen begegnen.2)


Nebenbei: Hajo Funkes Vortrag und konzentrierte Gestaltung einer Täuschung und Enttäuschung brauchen den Vergleich mit den ganz Großen der darstellenden Kunst nicht zu fürchten (www.youtube.com/watch?v=fxOI3fTlBiA#t=1m50s).

Aber, es halfen nicht mal die forschen Rechtsbelehrungen des NSU-Ghostbusters Narin. Beide Seiten, nämlich die zerstrittene Heilig-Funke-Gronbach-Narin-Fraktion und der Stuttgarter Untersuchungsausschuss, der die Nichtaufklärung eines Polizistenmordes deckt, werfen sich jetzt gegenseitig einen Mangel an Aufklärungswillen vor. Zumindest in diesem Punkt kommen sie im Ergebnis dem Ziel aller Ausschüsse, der sogenannten Wahrheit, etwas näher. Ansonsten wiederholt sich auf anderer Ebene, was bereits die Enquete-Kommission zum Scheitern brachte: die öffentlich zelebrierte Zerstörung von Vertrauen.3)

Professor Funke hat seine persönlichen Konsequenzen gezogen und die Beratung der Familie Heilig aufgekündigt. Sollte das ernst gemeint sein, verliert Funke damit allerdings auch den direkten Einfluss auf die Steuerung des Heilig-Komplexes nach seinen Vorstellungen.

Schuld an der Situation trägt der Rechtsextremismusexperte selbst. Die Heiligs waren bereits zum Beginn seines Engagements traumatisierte Missbrauchsopfer des Hasardeurs Alexander Gronbach. Das Eingreifen eines weiteren Märchenonkels in das NSS-NSU-Gespinst musste irgendwann die Geduld selbst eines Ausschusses reißen lassen, der im Normalfalle auch die gröbsten Lügen anstandslos hingenommen hätte.

Denn der Ausschuss ist zwar noch immer an Verbindungen des NSU nach Baden-Württemberg interessiert, obwohl alle diesbezüglichen Ermittlungen bisher ergebnislos geblieben sind, aber eben nicht um jeden Preis. Die verbreitete Skepsis gegenüber der Existenz solcher Verbindungen, gegen die staatliche NSU-Aufklärung erbittert ankämpfen muss, dürfte eher größer geworden sein. Eine vage Verdachtsaura in Richtung Haller NPD als verbindendes Element zwischen Kiesewetter/Arnold und Florian Heilig wäre akzeptabel gewesen. Dilettantisch nachgefundene Beweisgegenstände in Florian Heiligs Autowrack überschreiten dagegen selbst die Schmerzgrenze der Aufklärungssimulanten um Sozi Drexler.

Man sollte sich da nichts vormachen: Die Desavouierung Funkes dient einzig dem Eigenschutz der politischen Klasse Baden-Württembergs. Wegen des Regierungswechsels 2011, der zwischen Polizistenmord, NSU-Showdown und Florians Tod lag, umfasst der Zusammenhalt sowohl Union und FDP, als auch Grüne und Sozialdemokraten. Die ärgerliche Konfrontation zwischen dem Heilig-Betreuer Funke und dem Ausschuss, über die kaum eine Zeitungsredaktion berichtet hat, dient aus Parlamentariersicht dem Schutz des NSU-Phantoms, in dessen Entstehung Landesregierung und Behörden Baden-Württembergs mutmaßlich verwickelt sind. In der Not sitzt auch dem Ländle das Hemd näher als die Jacke.

Unabhängig davon jedoch, ob mögliche Beweismittelmanipulation unter Beteiligung der Familie Heilig und Funkes den Hintergrund dieser jüngsten Turbulenzen abgeben, bleiben die zentralen Fragen weiter unbeantwortet: Verfügte Florian Heilig über echtes Wissen zum Heilbronner Mordanschlag auf die Polizisten Kiesewetter und Arnold? Wurde Florian Heilig Opfer eines Verbrechens? Und besteht zwischen seinem angeblichen Wissen und dem Tod beim Fahrzeugbrand ein Zusammenhang?

Schnitzel mit Pommes

                tatjana_heilig

In der Zeit, wo er so rechts war, hat er nur deutsches Essen konsumiert. Also, der mochte früher Pizza und Spaghetti. Und das hat er alles nicht mehr gegessen. Nur, zum Beispiel, Schnitzel mit Pommes oder ein Käsebrot.“
Tatjana Heilig über die Wesensveränderung ihres Bruders, Florian; TV-Reportage „Kampf um die Wahrheit“, 2015

Dass der Florian-Heilig-Komplex die NSU-Aufklärung im Südwesten dominiert, liegt nur teilweise an den überraschend gefundenen und wieder verschwundenen Gegenständen des ausgebrannten Autowracks, den Einflüssen der „Spindoktoren“ Gronbach und Funke oder der Präsenz der Eltern. Florians Tod ist der Schlüssel für die Verbindung von Rechtsextremismus und Heilbronner Polizistenmord. Das macht Florians Geschichte für die Pseudoaufklärung so wichtig. Sie ist der Strohhalm, an den sich NSU-Jäger und politische Profiteure klammern.

Ziel der Eltern Heilig scheint, einen Mordverdacht mit allen Mitteln weiter zu verdichten. Von allem gibt es überreichlich: Exklusives Heilbronner Täterwissen, Neonazis, behördliche Beteiligung und Vertuschung.

Die Darstellung Florians durch seine Familie durchläuft gleichfalls eine Entwicklung. Aus dem rechten Mitläufer des NSU-PUA-Abschlussberichtes ist über das noch eher zurückhaltende Compact-Interview Ende 2013 heute eine komplexe Erzählung mit erstaunlichen Detailschilderungen und Ausschmückungen entstanden. Noch mehr Namen werden genannt, es sind die üblichen Verdächtigen. Florian soll inzwischen seiner Mutter sogar „immer wieder“ gesagt haben, dass er Beate Zschäpe kenne. Dem Vater gegenüber habe Florian Ende Mai oder Juni 2011 den NSU erwähnt.4)

Wolfgang Drexler (SPD) fragt, ob Florian etwas über Kenntnisse zum Mord in Heilbronn gesagt habe. Gerhard H. bejaht das. Das Thema „rechts“ habe man nicht wegschieben können. Florian habe gesagt, der ganze Prozess in München sei eine Farce, so lange nicht Alexander, Nelly, Matze und „Frontschek oder so ähnlich“ ebenfalls auf der Anklagebank säßen.

Im Gegensatz dazu zeichnen Florians Heiligs Eltern das Bild ihres Sohnes als eines willensschwachen, leicht beeinflussbaren Jugendlichen, der sich vergeblich aus den Fängen der Behörden und alter rechtsextremer Verbindungen zu befreien versucht und ihnen schließlich zum Opfer fällt.

Diese Legendierung gelingt nur auf Kosten der Glaubwürdigkeit des Feindbildes Neonazi. Während Gewalttäter im Osten verstärkt mit Brandfackel inszeniert werden, verdrückt der Rechtsradikale im Ländle nach den skurrilen Vorstellungen der Familie Heilig deutsche Schnitzel, uriniert in Dönerbuden und denkt sich infantil-sadistische Quälereien aus.5)

Wolfgang Drexler (SPD) fragt, ob Florian wegen diese Drucks aussteigen wollte. Gerhard H. meint, es sei nicht wegen der Verhöre gewesen. Er habe einem Dunkelhäutigen die Zunge mit Brennpaste einreiben und anzünden sollen. Das sei zu viel für ihn gewesen, deshalb habe er aussteigen wollen.

Gesetzt, der Pinkel-Anschlag auf einen türkischen Imbiss, von dem Heike Heilig in der Filmreportage „Kampf um die Wahrheit“ berichtet, habe wirklich stattgefunden: Würde ein Sohn damit vor seiner Mutter prahlen? Und würde eine Mutter diese Geschmacklosigkeit aller Welt weiter erzählen, um das eigene verstorbene Kind bloßzustellen?

Nicht nur bei der Schilderung Florians und seines Umfeldes verlieren Heiligs inzwischen das Gespür für Zumutbares und Grenzen der Glaubwürdigkeit. Auch der angebliche Zynismus ermittelnder Beamter wirkt erfunden. Ein Polizist habe Gerhard Heilig, so beteuert der Vater im Film, die angekohlten Schuhe Florians zurückgeben mit dem Hinweis, die könnten geputzt und noch aufgetragen werden. Tochter Tatjana will beobachtet haben, wie sich Polizisten vom Balkon aus amüsierten, als die Familie das verbrannte Autowrack bei der Stuttgarter Polizei abholte.

Was du morgen erlebst

Zwar sei der Einsatz „grundsätzlich gerechtfertigt“ gewesen, findet Schneider. Allerdings hätten Planung, Kommunikation und Abstimmung besser laufen müssen. „Die Planungstiefe hat unter der Geheimhaltung gelitten“, […]
Aus einem Interview mit Dieter Schneider, LKA-Präsident Baden-Württemberg

Eine weitere Tendenz hat sich verfestigt, die sich bereits im ersten Kommentar der Mutter in der Kontext-Wochenzeitung kurz nach Florians Tod ankündigte:6) Heiligs zeigen sich enttäuscht, sie zweifeln, sie klagen öffentlich an, sie haben das Vertrauen in den Rechtsstaat verloren. Ihre kaum verschleierten Mord- und Vertuschungsvorwürfe, vorgebracht auch mit Unterstützung des alten Fuchses Funke, werden von Polizei und Staatsanwaltschaft trotz ihrer Schwere lapidar zurückgewiesen oder bleiben ganz ohne Reaktion. Wäre an den Mordvorwürfen etwas dran, man müsste sich in einer offenen Diktatur wähnen.

So aber haben sich beide Seiten in der Absurdität eingerichtet: Land und Behörden halten still und lassen Heiligs gewähren. Heiligs verharren ihrerseits in der Rolle von ohnmächtigen Opfern eines zeugenmordenden Staates und seiner rechtsextremen Killer. Eines Staates, dessen kriminelles Handeln allerdings ebenso wenig fassbar ist, wie das Wirken des NSS oder der neu dazugekommenen Standarte Württemberg.

Halbwegs reale Schnittstelle zwischen Florian Heilig, seiner Familie und den Landesbehörden ist das LKA-Aussteigerprogramm BIG Rex. Die Darstellungen der Heiligs, die bei BIG Rex das Anliegen vermuten, mit erpresserischen Methoden Wissen ihres Sohnes über rechte Aktivitäten seines Umfeldes abzuschöpfen und eine längerfristige Bindung aufzubauen, decken sich hier mit der vielfach dokumentierten Vorgehensweise von Verfassungsschutzämtern.

Gerhard H. antwortet, Florian habe einmal eine frische SIM-Karte gehabt. BIG Rex habe 2012 einmal angerufen und gesagt sie erreichten ihn unter seiner alten Nummer nicht. Er habe ihnen daraufhin die neue Nummer gegeben. Florian sei nach hause gekommen und er habe ihm gesagt, er kenne die Abmachungen. Es komme nicht zur Anzeige wegen Dingen die gegen ihn vorlägen wenn er Infos abgebe. Als er erfahren habe, das BIG Rex die Nummer habe sei Florian wütend geworden. Er habe gesagt sobald BIG Rex die Nummer habe, sei sie auch bei den Rechten.7)

Heiligs beschreiben BIG Rex – und damit das LKA Baden-Württemberg – quasi als Drahtzieher und Auslöser von Bedrohungen gegen ihren Sohn. Auch wenn die angeblichen Todesdrohungen durch ehemalige Kameraden einen Widerspruch zum Tatwissen um den Polizistenmord bedeuten – denn nur eins ist möglich innerhalb der Mordlegende: Mord wegen des Wissens um Heilbronn oder Mord aus Rache, mangelnder Kooperation und Schulden – so ist auch bei diesen Bedrohungen ein realer Kern zu vermuten.

Zweifelhaft sind Ausmaß, Motiv und Schwere. Eine koordinierte Abwehr der Bedrohungen unter Einbeziehung der Polizei scheint es nicht gegeben zu haben, die Eltern erstatteten keine Anzeige.8) Ging es also darum, Florian Heilig erst zur Mitarbeit und dann für eine Entlastungsoperation zu benutzen? Schwester Tatjana stellt ungewollt einen Zusammenhang her:9)

Tatjana H. berichtet, er habe gedacht, dass es ein betreutes Aussteigen gebe mit Sozialarbeitern und Polizei. Es sei aber mehr so gewesen, dass kurz gefragt werde „Wie geht’s dir?“ und dann nur noch über die Nazigeschichten geredet worden sei. Zu Florian sei gesagt worden wenn er nicht kooperiere werde er die Konsequenzen spüren.

[…]

Tatjana H. sagt, es habe eine Ausstiegsoptionen von BIG Rex gegeben. Er habe an einen Ort kommen sollen und nichts mitbringen und sie hätten gesagt sie brächten ihn dann weg. Das habe er aber nicht gewollt, weil er dann die Familie verloren hätte.

Fühlt sich nun eine Mutter um ihren Sohn betrogen, der am Ende doch „weggebracht“ wurde? Bereut sie ihr Einverständnis, weil sie ahnt, wer Florian unter Druck setzen ließ, um ihn zur Mitarbeit zu bewegen? Ist hier der Grund für den „Vertrauensverlust“ zu suchen?

Die Gretchenfrage

Was spricht für eine „falsche“ Trauer? Die übertriebene Emotionalität der Heiligs in der TV-Dokumentation „Kampf um die Wahrheit“ entspricht den absurden Übertreibungen ihrer Erzählungen. Vor allem aber: Was um Himmels willen haben die Eltern davon, der persönlichen Obsession Gronbachs nachzujagen, wenn es ihnen wirklich um Aufklärung des Mordes an ihrem Sohn ginge? Was haben sie von einer Beweismittelmanipulation des Autowracks? Warum wenden sie sich ausgerechnet an Hajo Funke und Yavuz Narin, deren NSU-Tamtam mit sachlichen Ermittlungen so gar nichts zu tun hat?

Fassen wir an diesem kritischen Punkt die wenigen bekannten Informationen des Abends vor dem Fahrzeugbrand in Stuttgart-Cannstatt chronologisch und reduziert zusammen. Es ist dabei nicht entscheidend, ob sie geschickt platzierte Desinformationen sind, Irrtümer oder zuverlässige Fakten. Die Schwierigkeiten, das eine vom anderen zu unterscheiden, werden schon augenfällig, wenn man die Aussagen zweier Kollegen von Florian, Mehmet A. und Philip R.,10) zur Frage der Mitfahrer vergleicht.

heilig_florian_blitzer

Relevant sind der Verwarnungsgeldbescheid11) und das Ende der Kommunikation um Mitternacht. Die Merkwürdigkeiten des folgenden Morgens bleiben unberücksichtigt:

  • Florian Heilig erhält am Sonntag, dem 15. September 2013, um 17 Uhr einen Anruf, der ihn emotional aufwühlt. Das wird meist als Drohanruf dargestellt. War er das wirklich?
  • Zwischen 18 und 19 Uhr fährt er gemeinsam mit zwei Kollegen in sein Ausbildungswohnheim nach Geradstetten. Über den Ablauf der Fahrt gibt es divergierende Darstellungen der Zeugen
  • Gegen 21 Uhr informiert Florian seine Eltern, dass er angekommen sei. Er fährt wieder weg;
  • 23.49 Uhr wird er in Stuttgart, Nürnberger Straße, in Fahrtrichtung Augsburger Platz geblitzt.
  • 23.56 Uhr postet er die Whats-App-Nachricht „Du weißt nicht, was Du morgen erlebst. Du weißt nicht, ob Du morgen noch lebst“. Das wird als Suizidankündigung interpretiert. Warum?
  • 23.58 Uhr soll Florian vom Handy aus via WhatsApp das Foto eines grünen Sportwagens gepostet haben. In der alternativen Aufklärung gilt das Foto vom Sportwagen als Hinweis auf Verfolger.

Wohin also fuhr Florian, der weder unter schlechten Zensuren, noch an Liebeskummer litt, wen wollte er „an der Schwelle zum Unbekannten“ treffen? Fand um 00.00 Uhr eine Übergabe von Florians Auto statt? Aber wo könnte das gewesen sein? Wir wissen es nicht.

Was wir wissen und was mitzuteilen auch nach restriktivster Gesetzesnovelle auch künftig keinen Geheimnisverrat darstellen dürfte, ist: Nur wenige Autominuten von der Nürnberger Straße entfernt, auf halber Strecke etwa zur Cannstatter Wasen, befindet sich die Taubenheimstraße.

 


Für meine Freunde des geselligen Kartenspiels:
Den Fuchs fangen

Fußnoten/Quellennachweise

1) http://www.pz-news.de/baden-wuerttemberg_artikel,-NSU-Ausschuss-erwaegt-Beschlagnahme-von-Beweismitteln-zu-Florian-H-_dossier,-NSU-Prozess-_arid,1034734_dossierid,127.html

2) https://rdl.de/beitrag/nsu-untersuchungsausschu-24-sitzung-und-eine-konzentrierte-kampagne-gegen-hajo-funke

3) http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.nsu-ausschuss-landtag-rauft-sich-zusammen-und-setzt-gremium-ein.f10d2aa3-ae97-4472-89f2-d8088cb91a65.html

4) https://www.youtube.com/watch?v=I4viFr6g6-U

5) ebd.

6) http://www.kontextwochenzeitung.de/politik/130/ungeklaerter-todesfall-1744.html

7) http://bw.nsu-watch.info/?p=89

8) http://www.stimme.de/heilbronn/polizistenmord/archiv/Zweifel-im-NSU-Ausschuss-an-Polizeiarbeit;art133317,3322584

9) http://bw.nsu-watch.info/?p=89

10) ebd.

11) https://www.youtube.com/watch?v=I4viFr6g6-U

 

Rechtschreibfehler in den Zitaten wurden zurückhaltend korrigiert.